Barockschloss

8. Oktober 2017
von Marina von Halem
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Perlen polnischer Musik

Acoustic Quartet Foto Jan Goraj

Seit etlichen Jahren bemüht sich der aus Gleiwitz, Schlesien (heute Gliwice, Polen) stammende Pianist Wojciech Waleczek polnische klassische Musik nach Deutschland zu bringen. Nun ist es ihm gelungen, den Minister für Kultur und Nationalerbe der Republik Polen zu bewegen, sechs Konzerte mit ihm und dem polnischen Acoustic Quartet in Deutschland zu finanzieren. Wie schön, daß Zeilitzheim am 13.10.2017 eines der Orte ist, der erste, an dem die Musiker auftreten. Ich hoffe, daß Sie das ebenso beflügelt wie mich und Sie mit Ihrer Anwesenheit den Musikern und mit Ihrem Applaus danken.

Die Komponisten der im Programm erwähnten Stücke kannte ich noch nicht. Bei uns in Deutschland wird meist nur von Chopin gesprochen, der in Polen geboren wurde und in Frankreich lebte. (Am bekanntesten vielleicht seine Freundschaft mit George Sand). Von ihm ist auch das letzte Stück im Programm: Andante spianato und Grande Polonaise Es-Dur op. 22. Das Programm:

Karol Szymanowski – Etüde b-Moll
Michał Kleofas Ogiński – Polonaise „Abschied vom Vaterland“
Grażyna Bacewicz – Oberek
Ignacy Jan Paderewski – Fantastischer Krakauertanz
Henryk Wieniawski – Kujawiak
Stanisław Moniuszko – Mazurka aus der Oper „Das Gespensterschloss“

(Pause)

Wojciech Kilar – Suite der Filmmusik
Fryderyk Chopin – Andante spianato und Grande Polonaise Es-Dur op. 22

Alle Werke für Klavier und Streichquartett von Kamil Pawłowski bearbeitet.

Die fünf Künstler und die Ansagerin des Programms, die Frau von Wojciech Waleszek, bleiben noch nach dem Konzert bei uns. Das wird uns Gelegenheit geben, sie näher kennenzulernen. Es gibt nach dem Konzert eine Borscht(suppe) und Käse und Brot (zum Imbiss ist Anmeldung erforderlich, das Konzert kann auch ohne Voranmeldung besucht werden).

Über Ihren Besuch am 13. Oktober würde ich mich freuen!

Ihre
Marina v. Halem

10. August 2017
von Alexander von Halem
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Wenn Mutter Natur zum feinen Pinsel greift

Ausstellung, Schlossführungen und Weinverkostung: Am Tag des offenen Denkmals, Sonntag, 10.9.2017, ist das Schloss wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Zwischen 11 und 17 Uhr können die Räume des Schlosses und der Außenbereich besichtigt werden. In dieser Zeit können auch die Weine des schlosseigenen Weinguts Wein von 3 verkostet werden.

Als Besonderheit gibt es in diesem Jahr am Tag des offenen Denkmals im Schloss eine Ausstellung großformatiger Naturfotografien des Fotografen Eberhard Ott.

Aus der Vorankündigung des Künstlers:

„Dieses Bild hat eine sehr positive Ausstrahlung“, sagte vor einem Jahr eine ältere Dame, die sich in der Wohnung von Eberhard Ott umgeschaut hatte. Dies bestärkte den Künstler in der eigenen Sicht der Dinge: Eberhard Ott hält per Digital-Kamera im Bild fest, was Mutter Natur präsentiert. Nicht das große Ganze, sondern das Filigrane und das Winzige, wie Blüten, Gräser, Insekten, Steine, Blätter u.a. interessieren den passionierten Amateurfotografen. Seine Spaziergänge durch die fränkische Landschaft werden so zu Entdeckungsreisen. Eberhard Ott hat sich zur Aufgabe gemacht, das Kleine am Wegesrand zu suchen, um es plakativ in Szene zu setzen.
Auf 80 mal 120 Zentimeter großen Leinwänden gedruckt, kommt sein Minikosmos besonders zur Geltung. Das Ergebnis beeindruckt: Die Bilder sind voller Farbintensität, Kontrastreichtum und Detailvielfalt. Vieles wirkt fast unrealistisch, übernatürlich. Dem Betrachter erschließt sich eine Welt des Feingliedrigen, des vergänglich Schönen, gar des Zerbrechlichen. Die Bilder offenbaren die vorzügliche Beobachtungsgabe des Fotografen. Längeres Hinschauen kann sogar zu Aha-Erlebnissen führen, wie z. B. die Darstellung der „Blauen Blüten“.
Blaue Blüten Foto Eberhardt Ott
aufgenommen im Wald bei Erlach. Sie gleicht einem mit feinem Pinselstrich gemaltem Acrylbild.
(Detlef Zwirner in der Würzburger „Main-Post“ im März 2015)

Die Exponate von Eberhard Ott sind derzeit im Schloss Zeilitzheim ausgestellt.
Sollten Sie Interesse haben, können Sie die Bilder auch gerne käuflich erwerben: Einzelbild mit Rahmen € 350.-. ohne Rahmen € 250.-

Kontakt: Eberhard Ott, Schustergasse 13, 97199 Ochsenfurt-Erlach, Telefon 09331-98 30 6 30

8. Juni 2017
von Alexander von Halem
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Zeilitzheimer Sommer: Begegnung mit Großbritannien

Putten Barockschloss Zeilitzheim

Dieses Wochenende widmen wir kulturell einer Kulturlandschaft. Vom Freitag, 9. Juni bis Sonntag, 11. Juni 2017 dreht sich bei uns im Schloss alles um Großbritannien.

Der Auftakt ist das Konzert am Freitag, 9. Juni um 19.30 Uhr. Das Concert Royal Köln tritt auf mit Liedern, Kantaten und Instrumentalwerken von Purcell, John Byrd und Händel (den die Briten als englischen Musiker vereinnahmen). Hannah Medlam, die Sopranistin, kommt extra aus England angereist. Sie ist eine sehr vielseitige Musikerin, die mit dem Geigenstudium begann und bei Wettbewerben als Geigerin bedeutende Preise gewann (z.B. als Achtzehnjährige den Newbury Young Musicians of the Year von 2006). Dann entschied sie sich für ein Gesangsstudium. Als Sängerin bereist sie bedeutende Festivals. Sie sang die Mimi in Puccinis La Boheme im Saddlers Wells Theatre in London und viele andere große Rollen. Daneben spielt sie regelmäßig die 2. Geige beim „London Baroque“. Alexander Puliaev spielt nicht ein Cembalo, sondern eine barocke Truhenorgel. Der aus St. Petersburg Gebürtige ist als Solist und Kammermusiker international gefragt und hat mit großen Dirigenten zusammengearbeitet. Er tritt regelmäßig bei internationalen Musikfestivals weltweit auf. Karla Schröter ist die Gründerin und Leiterin des Ensembles „Concert Royal Köln“. Ihr Schwerpunkt ist das Spielen historischer Oboen. Sie spielte im Bayreuther Opernhauss, beim Quedlinburger Musiksommer, dem Hohenloher Kultursommer, dem deuschen Mozartfest im Chemnitz, dem Arolser Barockfestival und vielen anderen Festivals.

Ganz anderer Art ist der zweite Abend dieses Wochenendes am Samstag, 10. Juni 2017 um 19.30 Uhr: „English Folk“, ein Abend mit Musik und Tanz. Es spielt die Folk Camp Ceilidh Band, bestehend aus Musikern aus Deutschland und England. Dieser Name ist neu kreiert, aber seit Jahren spielen die Musiker beim jährlichen Folk Camp Germany im Schloss Zeilitzheim Folk Musik. Dave Ball ist der Tanzmeister und kommt extra aus Norwich in England. Er wird die Besucher zum Tanzen anleiten, sodaß es ein langer, beschwingter Abend werden könnte. Liebhaber von Folk Musik aus England, Schottland und Deutschland finden hier ihr Eldorado.

Weiter geht es am Sonntag, 11. Juni 2017 um 11 Uhr: „After the Brexit: Shakespeare meets Bavaria“ – Play Shakespeare. Der Regisseur Bernd Lemmerich aus Schweinfurt hat eine humoreske, ironische Matinee aus bekannten Szenen gemacht, das er „Shakespeare is going to Rosenheim as a refugee: a new chance for him“ nennt und die die gebürtige Rosenheimerin Christine Hadulla in englischer, deutscher und bayerischer Sprache umsetzt. (Sogar das Hackbrett ist dabei).

Nach allen drei Programmen bieten wir einen (optionalen) Imbiss mit britischem Charakter an. Zu diesem ist Anmeldung nötig, zu den Aufführungen selbst ist sie empfehlenswert.

15. Mai 2017
von Alexander von Halem
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Amsel und Eichelhäher

Ich habe mich mit den Amseln im Schlossgarten angefreundet. Das viele Vertikutieren, mit dem ich seit einigen Wochen beschäftigt bin, fördert Würmer und Insekten an die Rasenoberfläche. Die Amseln kommen ganz nah an mich heran auf ihrer Pirsch nach Essbarem. Ein Amselpärchen hat sich – u.a. von dem Moos, das ich aus den Rasenflächen ziehe – ein Nest in der Glyzinie gebaut. Frau Amsel kehrt dort noch fleißig ein und aus, weshalb ich vermute, dass sie noch keine Eier gelegt hat.

Abends besucht mich ein Eichelhäher, der jedoch nicht so zahm ist, wie die Amseln und Abstand hält. Gelegentlich lässt sich ein Entenpärchen auf unserem Teich im Schlossgarten nieder. Die beiden sind auch ein wenig scheu.

Katze Schlossgarten Zeilitzheim Foto Isa von Halem

Nachbarskatze zu Besuch. Foto: Isa von Halem

Wenn ich auf dem Kies knieend Unkraut von den Gartenwegen zupfe besuch mich manchmal eine junge Nachbarskatze. Bis vor kurzem durfte nur ich sie streicheln. Von den Kindern hatte sie (vermutlich berechtigterweise) Respekt und nahm immer Reißaus, wenn sich diese näherten. Gestern kam sie mich wieder besuchen und ließ sich sogar auf meinem Schoß nieder. Sogar Cajus, unser jüngster, durfte ihn streicheln.

Über den neuesten tierischen Nachwuchs im Schlossgarten schreibe ich bald noch gesondert.

5. Mai 2017
von Marina von Halem
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Baukes Gedichte zu den Gästezimmern

Unser holländischer Vetter Bauke van Halem lebt in Breda, Niederlande. Einst war er Manager bei der weltweit exportierenden Heineken Brauerei, nun ist er im Ruhestand. Er ist ein Mensch, der Kultur und Geschichte liebt. Und: Er dichtet!

Wie er nach Zeilitzheim kam, haben wir ja schon berichtet. (http://barockschloss.de/?s=bauke) Wunderbar ist seine „Chronik“ der Geschichte von Halem, zusammengesetzt aus historischen Quellen und Vermutungen und Mythen. So manche Texte von ihm haben wir während seiner Aufenthalte in Zeilitzheim gehört. Aber nun liegt ein Büchlein vor, das er „Poetische Begegnungen“ nennt. Er ließ sich von den Namen der Zimmer des Hotels Schloss Zeilitzheim bzw. deren Namensgeber inspirieren. Die Zimmer haben nämlich keine Nummern, sondern Namen, die Bezug auf die Baugeschichte des Schlosses nehmen oder auf Künstler in Franken (meist des Mittelalters oder des Barock) oder auf historische Personen und solche, die mir besonders nahestanden (Maria Sibylla Merian, Bettina von Arnim, Gabriele Münter). Mit großem Feingefühl und dichterischer Einfühlungsgabe schrieb Bauke van Halem zu jeder dieser Person eine „poetische Begegnung“. Er ist Niederländer und der deutschen Sprache mächtig. Aber seine deutsche Übertragung mag sprachliche „Eigenartigkeiten“ beinhalten, die den Werken in ihrer Übersetzung eine ganz besondere Sprache verleihen.

Bauke van Halem gehört zu den „Rederijkers“, einer Dichter-Zunft in Holland. In seiner Gilde ist er der „Hofdichter“. Das Schreiben in dichterischer Form ist sein Lebens-Elixier. Mehrere Gedichtbände stammen aus seiner Feder. Kein Wunder, daß die Namen der Gästezimmer in Schloss Zeilitzheim seine Kreativität herausforderten. „In endlose Höhen hob er Stiegen, Stufen, gezeichnete Linien“ sagt er zu Balthasar Neumann, „er war ein Bauherr-Diener, begnadet“. Natürlich hat er eine besondere Affinität zu dem Dichter Wolfram von Eschenbach, dessen Name eines der Zimmer ziert. Bei der dichterischen Beschreibung der Arkadenhofzimmer wird er sowohl historisch, was die Familie von Halem betrifft sowie frühere Besitzer des Schlosses, vertreten durch ihre Wappentiere, als auch persönlich: „Ein Kämpfer bin ich nicht Kein Fuchs Kein Wolf Kein Löwe auch Nur eine Taube noch beim Brunnen im Arkadenhof. Ich fühle mich zu Hause hier und kam von langen Reisen….“. 19 poetische Beschreibungen sind so entstanden in deutscher und niederländischer Sprache, die Bauke zu einem sehr hübschen Büchlein zusammengefaßt hat. In jedem der Zimmer liegt ein Exemplar.

Ich bin sehr stolz darauf, dass Bauke van Halem, Verwandter und niederländischer Dichter, zu unserer Familie gehört.

Marina von Halem

21. März 2017
von Alexander von Halem
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Frühlingsgefühle? Auf zum Ostermarkt ins Schloss!

Ostermarkt Schloss Zeilitzheim

Ostermarkt mit Büchermarkt im Barockschloss Zeilitzheim

Was einmal mit einem Flohmarkt begann entwickelte sich über viele Jahre zu einem österlichen Kunsthandwerkermarkt. Immer am Sonntag drei Wochen vor Ostern verwandelt sich das Schloss in eine Frühlingsoase. Weil Ostern ein beweglicher Feiertag ist, kann das auch mal recht früh im Jahr sein. Dieses Jahr haben wir das Glück, dass der Frühling zum Ostermarkt zumindest kalendarisch bereits begonnen hat. Mit noch ein wenig Glück mehr ist es am Sonntag, 26. März tatsächlich sonnig und frühlingshaft, so dass möglichst viele die Anstrengungen der rund 30 ausgewählten Kunsthandwerker mit ihrem Besuch belohnen. Auch der Förderkreis des Schlosses, der die Bewirtung mit ehrenamtlichen Helfern organisiert, würde sich über regen Besuch freuen.

Wer den Markt schon mal besucht hat benötigt dazu nicht viel Erklärung. Für „Ersttäter“ gibt es hier ein paar Informationen:

Die historischen Säle des Schlosses und der Park laden die Besucher zum Flanieren, Besichtigen und Kaufen von österlichem Schmuck und Kunsthandwerk ein.

Im lauschigen Schlosshof ergeben sich bei einer frisch gegrillten Bratwurst und einem Glas Wein aus dem 2012 gegründeten schlosseigenen Weingut „Wein von 3“ anregende Gespräche. Heiko (und ich, sofern mir als „Renner“ beim Markt dafür die Zeit bleibt) wird ab ca. 11 Uhr den Verkostungsstand im Innenhof öffnen. Dort kann man sich einfach durch probieren, oder auch einen Schoppen oder Achterle einschenken lassen. Natürlich ist der Wein auch käuflich zu erwerben.

Im am gegenüberliegenden ehemaligen Gasthaus „Zur Sonne“ lässt es sich inmitten tausender gut sortierter Bücher (Kinderbücher, wissenschaftliche Bücher, Reiseführer, Taschenbücher…) stundenlang stöbern. Der Büchermarkt mit denen von Freunden des Schlosses gespendeten und von ehrenamtlichen Helfern rund um Frau Geiger mühsam und sorgfältig sortierten Büchern dient als als Zusatzangebot oder auch als Alternative zum Kunsthandwerk.

Großer Beliebtheit erfreut sich das musikalische Rahmenprogramm im Schlosscafé. Im Jagdsaal fühlen sich die Besucher bei den Biedermeier-Damen nach Wien versetzt: Zu Kaffee, Tee, hausgebackenen Kuchen und Torten erklingt Kaffeehausmusik. Aber auch für den kleinen Hunger ist hier gesorgt: Schmalzbrote und Kartoffelsuppe mit oder ohne „Wiener“ und Getränke runden das Angebot ab.

Erlöse aus Büchermarkt und Bewirtung kommen dem als gemeinnützig anerkannten Förderkreis Schloss Zeilitzheim zugute, der damit die kulturellen Veranstaltungen für die Region im Schloss bezuschusst. Der Vorsitzende des Förderkreises, Herr Schmidtchen, gibt gerne Auskünfte über die Arbeit des Förderkreises.

Der Eintritt zum Ostermarkt beträgt 3 Euro pro Person (Kinder frei). Der Eintritt zum Büchermarkt ist frei. Marktzeiten: 10 bis 18 Uhr.

14. März 2017
von Alexander von Halem
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Aufgemischt: alt/neu – Oli Bott und Anna Carewe beim Konzert im Schloss

Anna Carewe - Oli Bott

Anna Carewe, Oli Bott (Foto: Miroe)

Das Konzert von Oli Bott und Anna Carewe am 19. März um 17 Uhr – dem ersten unserer Saison – verspricht aufregend zu werden. Nicht nur wegen des außergewöhnlichen Instruments – das Vibraphon, das zusammen mit Anna Carewes Violoncello gespielt wird, sondern wegen der Musikauswahl. Da ist der ganz alte Meister (Diego Ortiz, um 1500), und die alten Meister Vivaldi und Bach und (nicht so alt) Eric Satie. Das Werk von ihm, das die Musiker spielen, heißt „Première Gnossienne“, eine Klavierkomposition von 1890, experimentell in Form und Rhythmus, also wie gemacht für die beiden Musiker, die sich auf das Improvisieren und Experimentieren verstehen. Den Namen Gnosienne hat Eric Satie erfunden. Ein anderer Komponist, Peter Sculthorpe geboren 1929 in Tasmanien und gesorben 2014 in Woollahra, New South Wales, ist ein australischer Komponist, der sich für die Musik der indigenen Einwohner Australiens interessierte und die Themen Landschaft und Natur in seiner Musik integrierte. Das Cello kommt darin wunderbar zum Einsatz. Er erhielt viele Preise, z.B. von der australischen Filmindustrie für „beste klassische Musik-Wiedergabe“. 1997 wurde er gewählt zu einem der „Australia’s Living National Treasures“. Wir dürfen gespannt sein!

Der Ethnologe und Fotograf Jimmy Nelson, der ein wunderbares Fotobuch über indigene Kulturen herausgab, sagte: „Tribes are the last resorts of natural authenticity“. Ebenso Neuland für uns dürfte George Crumb sein, 1914 in Charleston, USA geboren, der durch ungewöhnliche vokale und instrumentale Techniken einen großen Reichtum an Klangfarben erreichte. „Waldgesänge“ von 1971 wird so eine Komposition sein. Anne Sophie Mutter hat sie gespielt. George Crumb wurde aufgenommen in die American Academy of Arts and Letters und die American Academy of Arts and Science, in die Akademie der Künste in Berlin etc.

Um mit den Künstlern zu reden und ihre Instrumente kennenzulernen, ist nach dem Konzert Gelegenheit bei einem Abendimbiss, der aus Suppe und einer Käseauswahl besteht. Dazu bitten wir um Anmeldung:

Sonntag, 19. März 2017, 17.00 Uhr
NEUE DIALOGE ÜBER ALTE MUSIK
Mit Cello und Vibraphon auf einer Zeitreise von Alter Musik bis Neuer Musik mit Ausflügen zu Jazz und Improvisationen. Anna Carewe, Violoncello; Oli Bott, Vibraphon.
(Mit Unterstützung des Förderkreises Schloss Zeilitzheim e.V.)
Eintritt: 15,– €
Zubuchbar im Anschluss: Suppe, kleine Käseauswahl, 6,50 €

Schloss Zeilitzheim, Tel. 09381-9389 oder E-Mail: info@barockschloss.de

29. Dezember 2016
von Alexander von Halem
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Das war 2016

Schloss Zeilitzheim Winter 2016

Viele beschweren sich gerade darüber, was für ein schreckliches Jahr 2016 doch gewesen ist. Sicherlich: Weltpolitisch ist in der Tat gerade einiges im Argen. Kriege, die aus unserer Sicht in den vergangenen Jahren weit weg waren, rücken inzwischen näher oder haben auf andere Weise ihre Auswirkungen auf uns in Westeuropa. Geschehnisse in USA und Russland verursachen auch die eine oder andere Sorgenfalte. Fakt ist: Es ist eine Zeit in der wir umso mehr zusammen rücken und vernünftig handeln müssen. Das fängt bei jedem Einzelnen an. So ein Jahreswechsel kann durch gute Vorsätze für das neue Jahr dabei helfen. Ich wünsche mir, für uns alle, dass es nicht bei den Vorsätzen bleibt, egal ob auf persönlicher oder staatlicher Ebene.

Für das Schloss war es ein sehr gutes Jahr. Die vor einigen Jahren für größere Feste eingeführte Umstrukturierung auf externes Catering erweist sich als die richtige Entscheidung. Für Gastgeber, die ihre Gäste in einen unserer Festsäle (mit oder ohne Übernachtung im Hotel) einladen, haben dadurch die maximalmögliche Flexibilität der Bewirtung vom einfachen aber sehr guten Dorfmetzger bis hin zum Sternekoch. Für uns selbst bedeutet es, dass wir uns mehr um unsere Kernkompetenzen kümmern können und für mich persönlich erlaubt es mir Zeit für die Weinbergsarbeit nehmen zu können, die mich sehr zufrieden macht.

Seit 2012 bin ich ja nun – zusammen mit meinen beiden Weingutsmitinhabern Heiko Niedermeyer und Christian Werr – Winzer. Vier Weinjahrgänge haben wir schon auf den Markt gebracht. Diese Weine sind größtenteils ausverkauft und wir – und unsere Stammkunden – warten sehnsüchtig darauf die 2016er Weine abzufüllen. Aber Wein ist „Slow Food“ und Gut Ding will eben Weile haben. Die paar Monate, die wir den Weinen länger auf der Feinhefe lassen, tragen zu ihrer Qualität bei. So konnten wir auch für 2017 unseren Stern beim Eichelmann Weinführer halten. Welche Weine momentan noch verfügbar sind finden Sie hier: http://weinvon3.de/weine/. Wer eine Benachrichtigung erhalten möchte, wenn sein Lieblingswein wieder verfügbar ist, kann sich in den E-Mail Newsletter Verteiler eintragen oder sich auf anderem Wege bei uns melden.

Auch kulturell konnten wir im Schloss – auch Dank finanzieller Unterstützung des Schloss Förderkreises – wieder einiges bieten. Fünf Konzerte und eine Theateraufführung brachten wieder ca. 200 Besucher ins Schloss – im vergangenen Jahr ganz ohne öffentliche Förderung. Auch die zwei kunsthandwerklichen Märkte erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Den Mitgliedern und Unterstützern des Förderkreises sage ich dafür ganz herzlichen Dank!

Nun ist Winterpause im Schloss angesagt, was nicht heißt, dass hinter den Kulissen nichts passiert. So wird im Januar zum Beispiel der Fußboden des Jagdsaals saniert. Im Weinberg sind wir seit gestern mit dem Rebschnitt beschäftigt. Ein paar Samstagstermine sind 2017 für Hochzeitsfeiern oder andere Feiern familiärer oder betrieblicher Art noch frei, so dass wir auch im Januar und Februar noch interessierte Gastgeber durch das Schloss führen, obwohl in dieser Zeit das Hotel geschlossen ist. Das Kulturprogramm 2017 steht bereits und kann hier eingesehen werden: Programm

Über ein Wiedersehen im neuen Jahr würde ich mich sehr freuen! Bitte erzählen Sie anderen vom Schloss und empfehlen Sie es Ihren Freunden weiter! Es darf ruhig ein „Geheimtipp“ bleiben, aber Sie, die es kennen, wissen am Besten, wer es auch schätzen könnte. Herzlichen Dank!

18. November 2016
von Alexander von Halem
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Anleitung zum Schlossleben

Braucht man als Nicht-Schlossbewohner eine Anleitung zum Schlossleben? Ich weiß es nicht. Zumindest wusste ich es nicht, bis ich das Buch „Wo Grafen schlafen – Was ist wo im Schloss und warum?“ von Eduard von Habsburg-Lothringen gelesen habe.

Habsburg – direkter Nachkomme des einstigen österreichischen Kaiserpaares Franz Joseph und Elisabeth (die „Sissi“ genannt wurde und durch schmalzige Verfilmungen auch späteren Generationen noch gut bekannt ist) – beschreibt auf charmante Art und Weise, was Schlösser eigentlich sind und wie es sich darin lebt. Als Bewohner eines solchen alten, überdimensionierten Kastens hat mich das natürlich interessiert. Zudem wollte ich feststellen, ob das Buch auch taugt anderen so ein Schlossleben näher zu bringen. Kurzum: Ja. Wenngleich Schloss ja nicht gleich Schloss ist, was Habsburg gleich zu Beginn seines Büchleins auch klar stellt.

Ein paar Konzepte aus dem Buch werde ich nun exemplarisch heraus greifen, weil sie mich berühren oder ich mich sonstwie damit identifizieren kann.

Der unverwechselbare Geruch von Schlössern. Gibt es das? Insofern es alter Bausubstanz und bestimmten Baustoffen geschuldet ist, ist das sicherlich so. Bei uns ist das ja der kalkschwere Geruch, der von der sich im permanenten Zustand der sich Abrieselns befindenden Kalk-Leim-Farbe an den Wänden geschuldet. Schlossspezifische Geräusche stammen sicherlich von hohen Decken und langen, kahlen Fluren. Die Filzschuhe, die man sich in manchen Schlössern zur Schonung von Estrich oder Parkett noch überstreifen muss, gab es bei uns vor 30 Jahren auch mal. Allerdings eher so als Jux. Es sind davon seit Jahren mehr keine gesehen worden. Für eine Schlossführung mit Kindern wäre das aber mal wieder ein schöner Gag…

Der Schlossgarten… Meine große Liebe

Besonders schön finde ich, dass Habsburg seine virtuelle Schlossbesichtigung im Schlossgarten beginnt, verbringe ich dort ja auch so viele Stunden meines Lebens. Solch einen Schlossgarten – sofern noch nicht vorhanden, legt man zur Schönheit an, um darin flanieren zu können (sollte ich auch öfter mal machen, nur darin flanieren). Früher hatten herrschaftliche Gärten aber auch eine andere Funktion. Neulich las ich in dem sehr empfehlenswerten Buch von Yuval Noah Harari „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ (oder war es im Folgebuch dazu „Homo Deus“?) der gemeine Garten sei entstanden, weil der aufkommende Wohlstand bürgerlicher Menschen diese als ein Nacheifern früherer herrschaftlicher Gartenanlagen pflegten. Die Herrscher hätten diese ursprünglich nur angelegt, um zu signalisieren „ich kann es mir leisten mir einen so nutzlosen, arbeitsaufwändigen Garten zu halten“ und wir würden es ihnen mit unseren privaten, meist ebenso nutzlosen Rasenflächen nun nach machen. Auch Habsburg beschreibt barocke Gartenanlagen als Verlängerung „absolutistischer Macht des Herrschers“. Wer sich als verarmter Landadeliger noch einen solchen Garten hält (mit entsprechend hohem eigenen Arbeitseinsatz) tut dies nun jedoch eher aus ästhetischen Gründen und zur Bewahrung historischer Vorlagen.

Das Treppenhaus als Werkzeug zur Repräsentation greift Habsburg auch auf. In unserem Schloss musste – aus eben jenen Gründen – Fürstbischof Damian Hugo Graf von Schönborn nachhelfen und das erst fünfzig Jahre zuvor erbaute Schloss umbauen und die prunklosen Wendeltreppen durch eine herrschaftliche Sandsteintreppe mit Baluster ersetzen.

Dach und Kanalisation „zwei große Sorgenkinder von Schlossbesitzern, zwei große Kostenverursacher“ zu nennen trifft es sehr gut. Es genügt jedoch, wie es auch Habsburg tut, das Thema mit dieser kurzen Beobachtung schon wieder zu verlassen und sich schöneren, lebensfroheren Schlossthemen zu widmen.

Damit, dass es in einem typischen Schloss oft schwierig ist den eigentlichen Eingang zu finden, trifft Habsburg es ins Schwarze. Das ist bei uns auch schon so manchem Gast so gegangen, der den Eingang ausgerechnet von der Seitengasse aus sucht, von der aus es gar keinen Eingang gibt, oder über den Innenhof seitlich hineinkommt, weil er vor dem Hauptportal mit seiner Doppeltreppe und herrschaftlichem Doppelwappen über dem Portal steht und sich fragend den Kopf kratzt, wo es eigentlich hinein gehen soll.

Das Thema Jagd findet bei Habsburg natürlich Gehör, ist so manches Schloss doch gefüllt mit Jagdtrophäen (was bei uns nicht anders ist, auch wenn diese nicht ursprünglich zum Schloss gehören). In Adelskreisen ist es ausserdem Chic zur Jagd zu gehen und auch als Nichtjäger im Loden-Janker umher zu gehen (was auch Habsburg ein wenig augenzwinkernd bemerkt). Auch ich habe mal den Jagdschein gemacht, aber nicht, um in unseren nicht vorhandenen Wäldern zur Jagd zu gehen, sondern weil sich mir die Gelegenheit während der Stationierung in Rheinland Pfalz unter dem Besatzungsstatut Ende der 1980er Jahre sehr günstig bot und ich gerne Weiterbildungsangebote annehme, vor allem, wenn sie mich nichts kosten – außer Zeit.

Ja, im Winter ist es kalt in Schlössern

Das alte, für den eigentlichen Bewohner sehr leidige Thema „im Winter im Schloss frieren“ und die „Heizkosten“ bereitet Habsburg natürlich auf. Darüber könnte ich vieles erzählen und werde mir das für einen zukünftigen Blogartikel aufheben.

Schmunzeln musste ich bei dem Abschnitt zur Beharrlichkeit alter, thematisch nicht mehr zutreffender Zimmernamen in Schlössern, hatten wir ja selbst lange Jahre einen Abstellraum, der zu einem kleinen Festsaal wurde, „Kapelle“ genannt, weil eine solche dort mal von meinem Vater geplant war. Siehe dazu einen Beitrag im alten Schlossblog, unten verlinkt.

Die von Habsburg beschriebene Tradition ein Gästebuch zu führen finde ich sehr schön. Ich weiß nicht wann und warum wir damit aufgehört haben. Ich werde diese Tradition wieder aufleben lassen. Irgendwann. Vielleicht morgen. Oder in ein paar Jahren.

Beliebt sind sicherlich auch Habsburgs Erläuterungen zu Nachttöpfen und Toiletten in Schlössern. Auch dazu kann ich später in einem weiteren Blogartikel noch einige Anekdoten zum Besten geben, werde ich schließlich oft bei Schlossführungen zu diesen Themen befragt. Auch weitere Themen, die ich jetzt nicht weiter kommentieren werde, wie Bibliothek, Archiv, Kapelle und – natürlich – Schlossgespenster greift Habsburg auf.

Also stellt sich mir nochmals die Frage: Braucht man eine solche Anleitung zum Leben in einem Schloss? Nun ist es ja keine Anleitung als solche. Eher eine Ode an Schlösser jeglicher Art und ihre Eigenheiten. Eine nette Sammlung von Anekdoten. Insofern: Ja. Das braucht man. Vielleicht macht sie ja auch Lust (m)ein Schloss mal näher zu betrachten und zu besuchen. Das ist bei uns ja auch als Hotelgast für kurze Zeit möglich, ohne dass man sich gleich ein Leben lang zum Buchsheckenschnitt verdingen lassen muss.

Aus dem Buch entstand übrigens eine TV-Serie, die 2014 bei Servus TV ausgestrahlt wurde.

Bei der Recherche zu Buch und Autor stieß ich dann noch auf etwas, das ich Inhaltlich noch interessanter als dieses Büchlein finde: den Podcast „Glaubenssache. Atheismus und Katholizismus im Diskurs“ den Eduard von Habsburg-Lothringen zusammen mit Alexander Waschkau macht, dessen skeptischen Podcast HOAXILLA ich schon seit einigen Jahren gelegentlich höre.

Weiterführende Links:

Die Kapelle, die keine Kirche mehr ist http://zeilitzheim.blogspot.de/2012/06/die-kapelle-die-keine-kirche-mehr-ist.html

Das Buch bei Amazon https://www.amazon.de/Wo-Grafen-schlafen-Schlo%C3%9F-warum/dp/3406607039/

Wo Grafen schlafen bei Servus TV http://www.servustv.com/de/Sendungen/Wo-Grafen-schlafen

Eduard von Habsburg-Lothringen bei Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_Habsburg-Lothringen

Podcast: Glaubenssache. Atheismus und Katholizismus im Diskurs http://glaubenssache.info/

Podcast: HOAXILLA http://www.hoaxilla.com/

Wo Grafen schlafen