Barockschloss

18. November 2016
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Anleitung zum Schlossleben

Braucht man als Nicht-Schlossbewohner eine Anleitung zum Schlossleben? Ich weiß es nicht. Zumindest wusste ich es nicht, bis ich das Buch „Wo Grafen schlafen – Was ist wo im Schloss und warum?“ von Eduard von Habsburg-Lothringen gelesen habe.

Habsburg – direkter Nachkomme des einstigen österreichischen Kaiserpaares Franz Joseph und Elisabeth (die „Sissi“ genannt wurde und durch schmalzige Verfilmungen auch späteren Generationen noch gut bekannt ist) – beschreibt auf charmante Art und Weise, was Schlösser eigentlich sind und wie es sich darin lebt. Als Bewohner eines solchen alten, überdimensionierten Kastens hat mich das natürlich interessiert. Zudem wollte ich feststellen, ob das Buch auch taugt anderen so ein Schlossleben näher zu bringen. Kurzum: Ja. Wenngleich Schloss ja nicht gleich Schloss ist, was Habsburg gleich zu Beginn seines Büchleins auch klar stellt.

Ein paar Konzepte aus dem Buch werde ich nun exemplarisch heraus greifen, weil sie mich berühren oder ich mich sonstwie damit identifizieren kann.

Der unverwechselbare Geruch von Schlössern. Gibt es das? Insofern es alter Bausubstanz und bestimmten Baustoffen geschuldet ist, ist das sicherlich so. Bei uns ist das ja der kalkschwere Geruch, der von der sich im permanenten Zustand der sich Abrieselns befindenden Kalk-Leim-Farbe an den Wänden geschuldet. Schlossspezifische Geräusche stammen sicherlich von hohen Decken und langen, kahlen Fluren. Die Filzschuhe, die man sich in manchen Schlössern zur Schonung von Estrich oder Parkett noch überstreifen muss, gab es bei uns vor 30 Jahren auch mal. Allerdings eher so als Jux. Es sind davon seit Jahren mehr keine gesehen worden. Für eine Schlossführung mit Kindern wäre das aber mal wieder ein schöner Gag…

Der Schlossgarten… Meine große Liebe

Besonders schön finde ich, dass Habsburg seine virtuelle Schlossbesichtigung im Schlossgarten beginnt, verbringe ich dort ja auch so viele Stunden meines Lebens. Solch einen Schlossgarten – sofern noch nicht vorhanden, legt man zur Schönheit an, um darin flanieren zu können (sollte ich auch öfter mal machen, nur darin flanieren). Früher hatten herrschaftliche Gärten aber auch eine andere Funktion. Neulich las ich in dem sehr empfehlenswerten Buch von Yuval Noah Harari „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ (oder war es im Folgebuch dazu „Homo Deus“?) der gemeine Garten sei entstanden, weil der aufkommende Wohlstand bürgerlicher Menschen diese als ein Nacheifern früherer herrschaftlicher Gartenanlagen pflegten. Die Herrscher hätten diese ursprünglich nur angelegt, um zu signalisieren „ich kann es mir leisten mir einen so nutzlosen, arbeitsaufwändigen Garten zu halten“ und wir würden es ihnen mit unseren privaten, meist ebenso nutzlosen Rasenflächen nun nach machen. Auch Habsburg beschreibt barocke Gartenanlagen als Verlängerung „absolutistischer Macht des Herrschers“. Wer sich als verarmter Landadeliger noch einen solchen Garten hält (mit entsprechend hohem eigenen Arbeitseinsatz) tut dies nun jedoch eher aus ästhetischen Gründen und zur Bewahrung historischer Vorlagen.

Das Treppenhaus als Werkzeug zur Repräsentation greift Habsburg auch auf. In unserem Schloss musste – aus eben jenen Gründen – Fürstbischof Damian Hugo Graf von Schönborn nachhelfen und das erst fünfzig Jahre zuvor erbaute Schloss umbauen und die prunklosen Wendeltreppen durch eine herrschaftliche Sandsteintreppe mit Baluster ersetzen.

Dach und Kanalisation „zwei große Sorgenkinder von Schlossbesitzern, zwei große Kostenverursacher“ zu nennen trifft es sehr gut. Es genügt jedoch, wie es auch Habsburg tut, das Thema mit dieser kurzen Beobachtung schon wieder zu verlassen und sich schöneren, lebensfroheren Schlossthemen zu widmen.

Damit, dass es in einem typischen Schloss oft schwierig ist den eigentlichen Eingang zu finden, trifft Habsburg es ins Schwarze. Das ist bei uns auch schon so manchem Gast so gegangen, der den Eingang ausgerechnet von der Seitengasse aus sucht, von der aus es gar keinen Eingang gibt, oder über den Innenhof seitlich hineinkommt, weil er vor dem Hauptportal mit seiner Doppeltreppe und herrschaftlichem Doppelwappen über dem Portal steht und sich fragend den Kopf kratzt, wo es eigentlich hinein gehen soll.

Das Thema Jagd findet bei Habsburg natürlich Gehör, ist so manches Schloss doch gefüllt mit Jagdtrophäen (was bei uns nicht anders ist, auch wenn diese nicht ursprünglich zum Schloss gehören). In Adelskreisen ist es ausserdem Chic zur Jagd zu gehen und auch als Nichtjäger im Loden-Janker umher zu gehen (was auch Habsburg ein wenig augenzwinkernd bemerkt). Auch ich habe mal den Jagdschein gemacht, aber nicht, um in unseren nicht vorhandenen Wäldern zur Jagd zu gehen, sondern weil sich mir die Gelegenheit während der Stationierung in Rheinland Pfalz unter dem Besatzungsstatut Ende der 1980er Jahre sehr günstig bot und ich gerne Weiterbildungsangebote annehme, vor allem, wenn sie mich nichts kosten – außer Zeit.

Ja, im Winter ist es kalt in Schlössern

Das alte, für den eigentlichen Bewohner sehr leidige Thema „im Winter im Schloss frieren“ und die „Heizkosten“ bereitet Habsburg natürlich auf. Darüber könnte ich vieles erzählen und werde mir das für einen zukünftigen Blogartikel aufheben.

Schmunzeln musste ich bei dem Abschnitt zur Beharrlichkeit alter, thematisch nicht mehr zutreffender Zimmernamen in Schlössern, hatten wir ja selbst lange Jahre einen Abstellraum, der zu einem kleinen Festsaal wurde, „Kapelle“ genannt, weil eine solche dort mal von meinem Vater geplant war. Siehe dazu einen Beitrag im alten Schlossblog, unten verlinkt.

Die von Habsburg beschriebene Tradition ein Gästebuch zu führen finde ich sehr schön. Ich weiß nicht wann und warum wir damit aufgehört haben. Ich werde diese Tradition wieder aufleben lassen. Irgendwann. Vielleicht morgen. Oder in ein paar Jahren.

Beliebt sind sicherlich auch Habsburgs Erläuterungen zu Nachttöpfen und Toiletten in Schlössern. Auch dazu kann ich später in einem weiteren Blogartikel noch einige Anekdoten zum Besten geben, werde ich schließlich oft bei Schlossführungen zu diesen Themen befragt. Auch weitere Themen, die ich jetzt nicht weiter kommentieren werde, wie Bibliothek, Archiv, Kapelle und – natürlich – Schlossgespenster greift Habsburg auf.

Also stellt sich mir nochmals die Frage: Braucht man eine solche Anleitung zum Leben in einem Schloss? Nun ist es ja keine Anleitung als solche. Eher eine Ode an Schlösser jeglicher Art und ihre Eigenheiten. Eine nette Sammlung von Anekdoten. Insofern: Ja. Das braucht man. Vielleicht macht sie ja auch Lust (m)ein Schloss mal näher zu betrachten und zu besuchen. Das ist bei uns ja auch als Hotelgast für kurze Zeit möglich, ohne dass man sich gleich ein Leben lang zum Buchsheckenschnitt verdingen lassen muss.

Aus dem Buch entstand übrigens eine TV-Serie, die 2014 bei Servus TV ausgestrahlt wurde.

Bei der Recherche zu Buch und Autor stieß ich dann noch auf etwas, das ich Inhaltlich noch interessanter als dieses Büchlein finde: den Podcast „Glaubenssache. Atheismus und Katholizismus im Diskurs“ den Eduard von Habsburg-Lothringen zusammen mit Alexander Waschkau macht, dessen skeptischen Podcast HOAXILLA ich schon seit einigen Jahren gelegentlich höre.

Weiterführende Links:

Die Kapelle, die keine Kirche mehr ist http://zeilitzheim.blogspot.de/2012/06/die-kapelle-die-keine-kirche-mehr-ist.html

Das Buch bei Amazon https://www.amazon.de/Wo-Grafen-schlafen-Schlo%C3%9F-warum/dp/3406607039/

Wo Grafen schlafen bei Servus TV http://www.servustv.com/de/Sendungen/Wo-Grafen-schlafen

Eduard von Habsburg-Lothringen bei Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_Habsburg-Lothringen

Podcast: Glaubenssache. Atheismus und Katholizismus im Diskurs http://glaubenssache.info/

Podcast: HOAXILLA http://www.hoaxilla.com/

Wo Grafen schlafen

6. November 2016
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Holz von 3: Wie das Hotel zu neuen Schlüsselanhängern kam

Unser guter Freund und Gönner und Unterstützer der Familie und des Schlosses, Bauke van Halem, hat mal wieder zugeschlagen und dem Hotel etwas spendiert, über das wir, aber auch alle künftigen Übernachtungsgäste sich freuen werden: Neue Schlüsselanhänger.

Klingt banal, ist es aber nicht, denn wer die bisherigen Schlüsselanhänger kannte, weiß wie schrecklich diese nach 20 Jahren mehrfachen Überstreichens und handschriftlichem Beschriften mit einem Edding aussahen. Nämlich unzumutbar hässlich. Ich habe mich für die Schlüsselanhänger regelrecht geschämt und der eine oder andere Gast mit ausgeprägtem Sinn für Ästhetik wird es auch bewusst festgestellt haben, dass die Dinger nicht schön waren. Andere haben es wohl nur unterbewusst wahrgenommen, dass ihre Schlüssel zu Zimmer und Schloss lieblos und grabbelig wirkten. Aber das hat ja nun ein Ende.

Bevor Hand an Holz gelegt wurde, hat sich Bauke viele Gedanken gemacht zum künftigen Aussehen und der Beschaffenheit der Schlüsselanhänger. Das Holz sollte groß genug sein, um nicht zu leicht versehentlich mitgenommen zu werden, aber auch nicht so groß, dass es in der Hand oder der Tasche unbequem zu hantieren ist. Ein Ring aus Metall müsste noch eingefädelt werden können und es dürfe keine scharfen Kanten geben. In der Form hat sich Bauke von der Abbildung eines Halemschen Familienwappens auf einem alten Schrank im Schloss inspirieren lassen. Öfter korrespondierten wir zwischen Breda (Niederlande) und Zeilitzheim per E-Mail hin und her und stimmten uns zur optimalen Abkürzung der Zimmernamen, der Schriftgröße, dem Schrifttyp (Garamond) und anderen Details ab bevor Bauke den Auftrag zur Ausführung geben konnte.

De Houtbroeders

De Houtbroeders

Bauke ist selbst sehr geschickt mit Holz und hat bei Kurzurlauben im Schloss schon so manchen Stuhl und so manche Diele repariert. Für dieses Projekt hat er jedoch für die Ausführung Profis engagiert. Praktisch, dass sein ältester Sohn Bart van Halem mit zwei Freunden eine Schreinerei führt, „De Houtbroeders“ (die Holzbrüder), die wir familienintern kurzerhand in „Holz von 3“ umbenannt haben in Anlehnung an das eigene Weingut. Mit seinen beiden Kollegen Jaap van Kemenade und Joris Gerritsen hat Bart also die Idee von Bauke umgesetzt.

Nicht irgend ein Stück Holz sollte es sein. Alle Anhänger (für die rund 18 Zimmer, teilweise plus Duplikate für Zimmerkombinationen und Ersatzanhänger) kommen aus einem einzigen Eichenbrett, das aus einem kleinen Dorf im Norden von Friesland stammt. Die Zimmernamen sind gestochen scharf ins Eichenholz eingelasert. Das Ergebnis ist wirklich sehr schön geworden. Es macht richtig Spaß, die Anhänger in der Hand zu halten und mit dem Daumen über das Holz mit seiner feinen Maserung zu fahren. Sehr schön! Bauke hat auch die Ringe aus Metall spendiert und diese eingefädelt (ich möchte gar nicht wissen, wie lange er dafür gebraucht hat) und die Anhänger höchst persönlich im Schloss ausgetauscht und verteilt. Das haben wir dann vor Ort natürlich mit einem Gläschen Petrini gefeiert.

Bauke van Halem

Bauke van Halem bei der Feierstunde zum Einsatz der neuen Schlüsselanhänger im Oktober 2016

Diese vermeintlich kleine Aktion mit den Schlüsselanhängern ist doch eine riesige Aufwertung des Schlosses, die sicherlich nicht nur die Ästheten unter den Gästen schätzen werden!

Bauke sagen wir dafür ganz herzlichen Dank! Aber nicht nur dafür sagen wir danke, denn er und Arda, seine Frau, haben im Oktober erst wieder eine Woche lang „Arbeitsferien“ im Schloss gemacht. Während Bauke allerlei aus Holz reparierte hat Arda im Garten gearbeitet und diesen wieder vorzeigbar gemacht. Auch die Rosenhecken hat sie wieder in Form gebracht (keine leichte Aufgabe: Man/frau braucht schon Schweißerhandschuhe, um mit dem dornigen Dickicht zurecht zu kommen).

Schlüsselanhänger Schloss Zeilitzheim

Folgende Beiträge könnten Dich auch interessieren:

Arda und Bauke Video vom Juni 2012 https://www.youtube.com/watch?v=_YGF8_dGnbs

Blogartikel von und mit Bauke van Halem http://barockschloss.de/?s=bauke

De Houtbroeders „Holz von 3“ in Breda, Niederlande: http://www.dehoutbroeders.nl/

5. November 2016
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Ein amerikanisches Leben: Mein Bruder Fritz

Fritz Freiherr von Richthofen

Fritz Freiherr von Richthofen

Im Mai 2016 bin ich abgereist, um in Georgia meinen Bruder Fritz und meine Schwägerin Helen zu besuchen. Fritz ist seit seinem Studiumsende in USA. Er liebt dort das freiere Leben und die größeren Möglichkeiten, in unberührter Natur zu leben. Das hat er sich erarbeitet durch all die Jahre seiner Berufstätigkeit als Manager eines mittelgroßen Werkes, währenddessen Helen den Boden bereitet hat und durch das Urbarmachen eines wunderschönen Stücks Wildnis.

Fritz und Helen leben in einem viktorianischen Haus, das sie 1992 aus Elberton, Georgia gekauft, in vier Teile geteilt und bei Watkinsville, Georgia, wieder aufgebaut haben, mit neuem Keller und Fußböden und Schornstein. Ich kannte ihr Anwesen schon vorher. Da wohnten sie und ich als ihr Gast – in einem „Trailer“, der sehr einfach, aber auch sehr gemütlich war. Bei meinem ersten Besuch hatten sie schon einen Weg vom Highway No. 54 zu ihrem Grundstück gelegt. Es gab schon Strom und ein Brunnenhäuschen. Später kam ein „Gazebo“ (eine Art Teehäuschen) dazu und ein Schild „Jasmine Terrace“. Es wurde dann kein Jasmin, sondern inzwischen prachtvoll herangewachsene Magnolien. Die 100 acres Land waren Weide und Wald, von dem etliches gerodet wurde in einer Form, daß sich landschaftlichen Ausblicke vom zukünftigen Haus aus wie in einem englischen Park boten. Natürlich gab es einen Stall und eine Scheune (von Fritz gebaut) für die drei Pferde (zwei Quarter Horses und ein Araber) und einen herrlichen See (ebenfalls natürlich selbst ausgehoben und angelegt) mit einem kleinen Laufsteg und einem überdachten Platz über der Wasserfläche zum Fischen, für Picknicks usw. In der Nähe, unter Büschen und Unterholz verborgen, waren die Reste eines ehemaligen Farmhauses, ein aus Holz bestehendes halb zerfallenes Haus, in dem alljährlich eine wilde Truthahnhenne brütet. Weiter weg war ein anderes ehemaliges Gehöft, von dem nur noch die Reste des steinernen Kamins standen. Und es gab die kläglichen Überbleibsel eines Friedhofs. Wer hier mal gelebt hat oder begraben ist, konnte uns niemand sagen.

Rund um das Haus, das dann 1992 in dieser Landschaft wieder aufgebaut wurde, sind Bäume, Büsche und Sträucher in loser Anordnung, weiter weg ein „orchard“ mit Weinstöcken und Blaubeerbüschen (den amerikanischen, hochstämmigen) und ein riesiger, gegen Wildverbiß eingezäunter Hausgarten mit jeder Menge Gemüse und Blumen – Helen ist schließlich Farmerstochter. Ein Paradies, das jeden Tag neu erobert werden will gegen die Kraft der umgebenden Natur.

Auswandern, Deutschland verlassen, hat mit meinem Vater begonnen. 1928 ist er mit seiner jungen Frau – meiner Mutter – nach Namibia gegangen. Daß er 1945 Schlesien verließ, war nicht freiwillig und geschah durch die Vertreibung der Deutschen aus dem deutschen Osten. Aber daß er in den 50er Jahren Deutschland für ganz verließ und als Entwickler nach Afghanistan ging und von dort aus dann als Farmer sich in Kanada ansiedelte, war endgültig. Fritz, mein Bruder – hatte er diesen Drang in die Ferne geerbt? Seine Zeit als Praktikant während des Studiums verbrachte er in Ägypten. Reisen, reisen – das tat er lebenslänglich. Aber daß er tatsächlich nach USA auswanderte….

Und ich: Reisen in die weite Welt war gleichermaßen faszinierend für mich. Deshalb auch die Berufswahl als Dozentin des Goethe-Insituts, das mir und meiner Familie die Gelegenheit bot, in anderen Welten zu leben; die am stärksten „andere“ Welt erlebten wir in Pakistan, wo wir 6 Jahre lebten. Aber wir kehrten doch immer wieder nach Deutschland zurück.

Mit meinem Bruder habe ich eine sehr enge Verbindung. Leider liegt ein großer Ozean zwischen uns, der das Zusammensein schwierig bzw. kostspielig macht. Das Kinderbild von ihm, 1944 noch in Schlesien von einem Berliner Maler gemalt, hängt über meinem Schreibtisch.

Fritz und Helen sind in einer „writers‘ guild“. Bei jedem Treffen muss jeder Teilnehmer etwas, was er geschrieben hat, vorlesen. Bei Fritz sind es immer Geschichten aus seiner und meiner schlesischen Kindheit. So bleibt wohl bei jedem Auswanderer ein Stück Herz zurück an dem Ort, von dem er kommt.

16. Oktober 2016
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Musik aus dem Alten Russland

Igor Dubovsky (Foto: Larysa Dubovsky)

Igor Dubovsky (Foto: Larysa Dubovsky)

Samstag, 22. Oktober 2016 wird ein besonderer Abend im Schloss sein: Igor Dubovsky mit seinem tiefen Bass singt Lieder aus dem Alten Russland.

Basso Profundo

Igor Dubovsky stammt aus der Ukraine aus der schicksalsgeschlagenen Stadt Charkow. Dort hat er auch seine erste musikalische Erziehung erhalten, zuerst auf dem Klavier, dann wurde seine Stimme erkannt und ausgebildet. Auf vielen Bühnen der Welt trat er auf. Seit 1999 ist er in Deutschland. Hier konzertierte er meist auf Vermittlung des jüdischen Kulturrats. Ein sehr tiefer Bass (Basso Profundo) ist sein Merkmal. Damit geraten die Schwingungen bis in die Tiefen der Seele seiner Zuhörer. Igor Dubovsky singt Kunstlieder und Lieder aus dem reichen russischen Volksgut. Um dem Publikum das Verständnis zu erleichtern, intoniert er die Lieder auf dem Klavier, während Peter Schäfer, Literat aus Veitshöchheim, die Texte in deutscher Übersetzung liest, die der Sänger dann in russischer Sprache singt. Dem deutschen Publikum bekannte Komponisten sind Mussorgsky; von ihm ist das Lied des Mephisto in Auerbachs Keller nach dem Text von Goethe; oder Glinka mit dem Lied “Geständnis” nach dem Text von Puschkin; und natürlich Tschaikowsky nach Tolstojs Lied “Inmitten des Balles”.

Ausklang zu Suppe und Käse mit den Künstlern

Nach dem Konzert (Beginn 19:30 Uhr, Abendkasse ab 19 Uhr) bieten wir einen Abendimbiss (optional), der aus einer russischen Suppe und Käse besteht. Zum Imbiss ist vorherige Anmeldung erforderlich. Zum Konzert können natürlich Kurzentschlossene kommen.

17. September 2016
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Herbst im Schloss

Kräutergarten Schloss Zeilitzheim im Herbst - Foto Alexander von Halem

Der Kräutergarten von Schloss Zeilitzheim im Herbst

Nach den heißen Tagen wird es nun doch Herbst und auch ein wenig kühler in Franken. Das ist auch gut, denn bei den heißen Tagen und lauwarmen Nächten konnten wir noch nicht mit der Weinlese beginnen. Bald ist es jedoch soweit… (weitere Nachrichten von hinter den Kulissen unseres Weinguts gibt es hier zu lesen: Blogartikel Weingut Wein von 3

Im Schloss findet heute die letzte Hochzeitsfeier der „Saison“ statt. Dafür steigt die Zahl der Weinproben, die es parallel zur Weinlese zu bewältigen gilt, allmählich an.

Am vergangenen Sonntag war Tag des offenen Denkmals, an dem wir uns wieder mit Schlossführungen und Weinverkostungen beteiligten. Gästeführerin Gartenerlebnis Bayern Cyra Scharnberger führte zum Schluss des Tages durch den Schlossgarten. Gut, dass ich gerade fertig geworden war mit dem Buchsschnitt im Kräutergarten, der auch frischen Mainkies für seine Wege erhalten hat. Aber die Arbeit im Garten geht bis zum Wintereinbruch noch munter weiter… Über Cyra Scharnbergers Facharbeit zum Gästeführerkurs hat meine Mutter schon mal etwas im Schlossblog geschrieben.

Der Denkmaltag findet immer am letzten Sonntag der bayerischen Sommerferien statt. Somit hieß es „back to school“ für unsere beiden Töchter Isa und Katharina, die inzwischen die 4. und die 5. Klasse besuchen. Cajus (3) gewöhnt sich schon schnell in das „Erlebnis Kindergarten“ ein.

Als nächste öffentliche Veranstaltung im Schloss gibt es bald das wohl vorerst letzte Bremserfest.

Nachtrag 20.9.16: Das am 2.10.16 geplante Bremserfest müssen wir absagen! Bei schönem Wetter werden wir Trauben ernten, bei Regen macht es ohnehin keinen Spaß. Den Most des 2016er Jahrgangs gibt es dann als Wein ab Mai 2017 zu verkosten. Bis dahin gibt es noch die 2015er Weine.

23. August 2016
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Denkmaltag mit Gartenführung und Tea mit Scones in Zeilitzheim

Schlossgarten Zeilitzheim - Gartenführung

Gartenführung rundet Denkmaltag im Schloss ab

Am Sonntag, 11. September öffnet Schloss Zeilitzheim ab 11 Uhr seine Türen zum Tag des offenen Denkmals. Dazu gibt es im zwei Schlossführungen um 11 Uhr und 15. Uhr (Eintritt frei). Von 11 bis 17 Uhr können auch die Weine des schlosseigenen Weinguts Wein von 3 im Verkostungsbereich in der Eingangshalle des Schlosses probiert werden.

Um 16 Uhr gibt es eine Gartenführung besonderer Art. Cyra Scharnberger hat eine Ausbildung zur „Gästeführerin Gartenerlebnis Bayern“ gemacht. Das Thema ihrer Hausarbeit war der Garten von Schloss Zeilitzheim. Durch diesen führt sie nun am Denkmaltag. Die letzte Station ihrer Führung ist eine Einladung zum Tee. Dazu bitten wir ganz im englischen Stil zum Tee; es werden Scones (kleine süße Brötchen) mit clotted cream und Strawberry jam sowie feine Gurkensandwiches gereicht.

Zu Gartenführung mit „Tea Time“ ist Anmeldung nötig und ein Beitrag von € 10,– .

Buchsschnitt im Schlossgarten

29. Juli 2016 nach Alexander von Halem | Kommentare deaktiviert für Buchsschnitt im Schlossgarten

Buchsschnitt

Alle Jahre wieder… Der Buchsschnitt

Der Buchsschnitt im Schlossgarten ist in dieser Jahreszeit kein einmaliges Ereignis, sondern eine andauernde Tätigkeit. Momentan konkurriert diese ein wenig mit den Laubarbeiten im Weinberg (Entblätterung der Traubenzone, Grünlese zur Ertragsreduzierung).

28. Juni 2016
nach Marina von Halem
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Konzert im Schlosshof: Von Bach bis Gershwin

opus4

„Von Bach bis Gershwin“
Das Posaunenquartett „Opus 4“ konzertiert in Schloss Zeilitzheim

Vier Posaunisten des Gewandhausorchesters Leipzig mit dem Ensemble-Namen Opus 4 geben am Freitag, 8. Juli um 19.30 Uhr in Schloss Zeilitzheim ein stimmgewaltiges Konzert. Bei gutem Wetter findet es als open-air Konzert im Arkadenhof statt.

Programm

Die Musiker teilen ihr Programm in zwei Teile. Mit den Barockposaunen spielen sie Barockmusik und beginnen mit Monteverdis festlichem Gloria von 1641, von Jörg Richter für 4 Posaunen arrangiert. Es zeigt den typisch weichen Posaunenklang mit seinem nahezu “singenden” Charakter, der durchaus auch an die Stelle von Vokalstimmen treten kann. Es folgen weitere Komponisten der Zeit: Claude Gervaise, Don Carlo Gesualdo, Josqin des Prez und Tomas Luis de Victoria. Schütz` Madrigal „Meine Seele erhebt den Herrn “ und das Deutsche Magnificat von 1657 zeigen den stimmlichen Klang der Barockposaunen. Natürlich steht auch Bach im Programm. Die Toccata und Fuge in d-moll von Posaunen vorgetragen zu hören zeigt, was dieses Instrument Posaune alles an technischen Dingen ermöglicht.

Doch nicht nur Musik aus der Barockzeit ist geboten. Ebenso gern spielen die Bläser auch neuere Komponisten – die historischen Posaunen werden beiseite gelegt. Die “Kaffeestunde bei Anna Magdalena Bach” von Bernhard Krol wurde eigens für das Leipziger Ensemble geschrieben. “Alexander`s Ragtime” von Irving Berlin von 1911, eine Bearbeitung der West Side Story von Leonard Bernstein und George Gershwins “An American in Paris” reizen alle technischen sowie effektvollen Möglichkeiten auf der Posaune aus.

Musiker

Der Leiter der Gruppe ist Jörg Richter, Soloposaunist des Gewandhauses, der die Gruppe Opus 4 1994 ins Leben gerufen hat. Er ist zusammen mit den drei Posaunisten Dirk Lehmann, ebenfalls Bläser am Gewandhaus, Stephan Meinert, Soloposaunist im Orchester der Brandenburger Sinfoniker und Wolfram Kuhnt, Bassposaunist an der Staatskapelle Halle schon in Zeilitzheim aufgetreten.

In der Pause hat das Publikum Gelegenheit für einen Gartenspaziergang, sowie nach dem Konzert zu einem Imbiss mit Suppe, Käse und Wein. Dazu ist Anmeldung nötig.

28. April 2016
nach Alexander von Halem
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Endlich schnelles Netz – schnelles DSL im Schloss

Als ich 1998 aus den USA zurück nach Zeilitzheim kam war meine erste und dringlichste Aufgabe das Schloss internetfähig zu machen. Das geschah damals noch mittels 56K Modem. Bald folgte jedoch eine ISDN Leitung, was damals der „heißeste Scheiß“ war. Irgendwann begann sich DSL durch zu setzen. Nur ein Dorf blieb davon verschont… Natürlich unseres. Irgendwann erlaubte uns die Telekom an einem „Pilotversuch“ teil zu nehmen und gewährte uns das sogenannte DSL Light (leicht, weil es maximal rund ein Drittel der Mindest-DSL-Geschwindigkeit von 1 Mbit/s liefert – das aber gänzlich ohne Garantie. Pilotversuch und so…). Das hielt viele, viele Jahre so an… Mit zahlreichen Unterbrechungen (keine Garantie und so…).

Gerade für mich als Netzbewohner der ersten Stunden war das eine große Pein. Umso größer war die Freude, als wir am 11. März 2016 endlich ans „DSL“ angeschlossen wurden. Nicht nur das: Auch VDSL ist für uns möglich mit theoretisch bis zu 50 Mbit/s „down“. Wir geben rund 5-6 Mbit/s unseren Gästen im Schloss seither kostenlos und unbürokratisch weiter mit einem WLAN Mesh, das bislang in Eingangshalle, Kaminzimmer und angrenzenden Hotelzimmern funktioniert. Der weitere Ausbau ist in Vorbereitung.

Wer also bislang seine Veranstaltung wie Tagung oder Seminar im Schloss mangels Internetbandbreite abgesagt hat kann also nun kommen und von unserer Anbindung mit profitieren. Eigentlich gehört das zum Standard heutzutage, aber ich freue mich noch immer wie Bolle nach so vielen Jahren des Wartens…

Seminare und Tagungen